5 Tipps wie Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs) in 2017 die betriebliche Altersvorsorge optimal gestalten können

/ Montag, 13 März 2017 / Veröffentlicht in Allgemeine, Firmenkunden
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Heute möchte ich mich an die Unternehmenslenker, an die Unternehmer und Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen wenden, die sich Tag und Nacht Gedanken machen, wie Sie ihr Unternehmen gegen alle Widrigkeiten weiter bringen und entwickeln können bzw. wollen.

Jeder Geschäftsführer oder -führerin hätte gerne tüchtige, gut qualifizierte Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen identifizieren und langfristig motiviert sind. Dafür ist er oder sie bereit, einiges zu investieren und zu tun.

Über die betriebliche Altersvorsorge (bAV), die von der Bundesregierung als zweite Säule der Altersvorsorge gern propagiert wird, hört und liest man viel, manchmal nichts Gutes.

Es hat damit zu tun, dass die bAV eine komplizierte Materie ist, die viele Geschäftsführer einfach nicht verstehen, weil sie das Knowhow dazu einfach nicht haben.

Sie sind Unternehmenslenker, Visionäre und haben einfach nicht die Zeit und oft weder die Lust noch den Willen, sich mit diesem Thema zu befassen.

Es ist auch in Ordnung so aber es löst in keiner Weise die Probleme, mit denen die Geschäftsführer konfrontiert sind:

  • in den meisten Fällen sind sie nicht in der Lage, Informationen aus der Presse und/oder Aussagen von Dritten selbst verifizieren zu können.
  • Viele haben auch Angst vor so genannten „Konstruktionsfehlern“, die für das Unternehmen unerwartete Haftungsprobleme verursachen könnten, die sich als nicht tragbar erweisen würden.
  • Die Kosten der Installation bzw. Durchführung einer bAV sind oft nicht leicht zu beziffern.
  • Wie soll die bAV-Lösung aussehen, um für die meisten Mitarbeiter attraktiv zu sein?

Kein Wunder, dass sich dadurch viele Geschäftsführer überfordert fühlen und nichts tun sogar die betriebliche Altersvorsorge in ihrem eigenen Unternehmen ablehnen.

Nun, was tun, um eine optimale Gestaltung der bAV zu erreichen und eine win-win Situation für das Unternehmen und die Mitarbeiter herbeizuführen?

Keiner sollte es trotzdem so weit kommen lassen, aus den oben genannten Gründen, die bAV zu verzögern oder gar abzulehnen!

Hier sind meine Tipps aus 20 Jahren Praxiserfahrung an der Front.

1- Sie brauchen einen erfahrenen Partner mit besonderer Expertise in der bAV

Die betriebliche Altersversorgung muss mit aller Sorgfalt eingerichtet werden. Äußerste Kompetenz in der Beratung ist gefragt, dann werden Lösungen im Betrieb aufgebaut, die wirklich funktionieren. 

Wenn eine Lösung schon besteht, sollte überprüft werden, ob sie die zeitgemäßen Anforderungen erfüllt. Falls Heilungsprozesse eingeleitet werden, dann sollten alle wichtigen Personen im Unternehmen damit involviert werden.

Falls noch keine Lösung im Unternehmen besteht, sollte die folgende Vorgehensweise helfen, die Risiken auf das Minimum zu kontrollieren:

  • Eine Versorgungsordnung erstellen lassen, damit später, wie beim Sport, alle Beteiligten im Unternehmen genau wissen, welche „Spielregel“ gelten. Die Versorgungsordnung wird  später sehr hilfreich sein, wenn es darum geht, die Mitarbeiter über die betriebliche Altersvorsorge Lösung der Firma zu informieren.
  • Eine Marktanalyse durchführen lassen, um die Leistungen der bAV-Anbieter zu ermitteln und prüfen zu lassen. Die Auswahl von Tarifen mit einer beitragsorientierte Leistungszusage (BOLZ) spielt dabei eine wichtige Rolle.
  • Ein Gruppenvertrag wird helfen, die Kosten zu reduzieren.

Diese Liste ist nicht umfassend. Sie gibt nur Hinweise auf einige wichtige Schritte, die notwendig sind, und das Gerüst stabil und dauerhaft nach dem Baukastenprinzip gestalten zu können. Anpassungen werden in Zukunft notwendig und von einem erfahrenen Partner sicherlich angeregt werden.

Hier muss auch berücksichtigt werden, dass es sinnvoll ist, die bAV mehrgleisig zu gestalten und verschiedene Gruppen zu bilden, vom einfachen Mitarbeiter bis zu den Führungskräften und zum Geschäftsführer oder Geschäftsführerin und dem mitarbeitenden Ehegatten.

In solchen Fällen, die aus unserer Praxis oft vorkommen, kann die bAV ein wertvolles und wirksames Instrument der Bindung und Motivation der Mitarbeiter.

2- Das Unternehmen muss sich an der bAV finanziell beteiligen

Eine Studie vom Ende 2015 von Generali Versicherungen und dem F.A.Z.-Institut über die Marktforschungsgesellschaft forsa in mittelständischen Unternehmen ab 50 bis unter 100 Mitarbeitern hat gezeigt, dass schon 61% eine bAV-Lösung mit finanziellen Arbeitgeberbeteiligung (Mischfinanzierung) nutzen.

Laut einer Studie von Haufe und Standard Life von 2010 bei kleinsten und kleinen Unternehmen bis maximal 50 Mitarbeitern macht die Mischfinanzierung schon die Hälfte der Finanzierungsformen aus. Diese finanzielle Beteiligung der Unternehmen ist in den letzten Jahren gestiegen.

Nach dem Benchmark Prinzip ist es sinnvoll für die Geschäftsführer von kleinen und mittelständischen Unternehmen, sich an die Ergebnisse dieser zwei Studien, die repräsentativ der aktuellen Situation am Markt sind, zu orientieren.

Die Art und Weise und die Höhe, wie sich das Unternehmen tatsächlich beteiligt, hängt von vielen Faktoren ab. Die endgültige Entscheidung wird nach Berücksichtigung der verschiedenen Gruppen und ihrer Wichtigkeit und der finanziellen Ressourcen des Unternehmens getroffen werden können.

Die finanzielle Beteiligung des Arbeitgebers trägt zur späteren Anerkennung und Akzeptanz der Mitarbeiter.

3- die Kosten der bAV sollten im Vorfeld beziffert werden

Die Beteiligung des Unternehmens an die Altersvorsorge-Beiträge der Mitarbeiter bedeutet für das Unternehmen eine monatliche Summe, die in der Regel sozialabgabenfrei ist und nur der Körperschaftsteuer unterliegt.

Auf der anderen Seite kann jeder Mitarbeiter, der von seinem Recht auf Gehaltsumwandlung Gebrauch macht, jeden Monat in 2017 bis €254 steuerfrei und sozialabgabenfrei = brutto für netto investieren. Das so genannte Bruttosparen.

Für jeden Arbeitnehmer spart sich dabei das Unternehmen die gesamten Lohnnebenkosten = ca. 20% der umgewandelten Summe bis zur Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (BBG).

Hier ist ein Berechnungsbeispiel für ein Unternehmen mit ca. 30 Mitarbeitern.

Wie schon gesagt, jede Lösung kann und sollte beziffert werden. Damit kann der Geschäftsführer messen und feststellen, was er mit einer gut konzipierten bAV-Lösung für relativ wenig Geld erreichen kann.

4- Die bAV-Lösung muss beworben werden

Gute Fachkräfte legen nicht nur Wert auf ihr Gehalt. Sie schauen auch auf andere besondere Leistungen des Arbeitgebers, insbesondere auf ein transparentes bAV-System mit einer angemessenen Arbeitgeberbeteiligung.

Eine aktuelle PwC-Umfrage hat herausgefunden:

in Betrieben mit weniger als 50 Mitarbeitern 70% der Mitarbeiter geben an, dass sie keine Hinweise auf die bAV erhalten haben.

Die gleiche Studie sagt auch: „Je kleiner die Firmen, desto schlechter fühlen sich Mitarbeiter informiert”.

Unter diesen Umständen lohnt es sich für jedes Unternehmen, schon beim Bewerbungsgespräch über die bAV-Lösung zu sprechen, sie zu erklären und im Allgemeinen auch über den gesetzlichen Rechtsanspruch auf Gehaltsumwandlung, der seit 2002 für jeden Arbeitnehmer besteht, aufzuklären. Insbesondere über die Vorteile des sogenannten Bruttosparen:

jeder Mitarbeiter, der von seinem Recht auf Gehaltsumwandlung Gebrauch macht, kann jeden Monat in 2017 bis €254 steuerfrei und sozialabgabenfrei = brutto für netto investieren. 

Wenn sie aktiv beworben, erklärt und mit der finanziellen Beteiligung des Arbeitgebers gekoppelt wird, wirkt die bAV als Förderung der Eigenvorsorge der Mitarbeiter, die leichter motiviert und überzeugt werden können, in ihre Vorsorge bzw. Altersvorsorge zu investieren statt zu konsumieren.

Die Mitarbeiter erkennen dann die Notwendigkeit, sich an der firmeneigenen bAV zu beteiligen und Geld dafür bereit zu machen.

5- An der eigenen bAV-Firmenlösung glauben – es bringt Ihrem Unternehmen viele Vorteile

Die Einführung einer firmeneigenen bAV-Lösung hat viele konkrete Vorteile für das Unternehmen:

5.1 Personalmarketing

Das Unternehmen kann sich jetzt leisten, aktiv für die firmeneigene betriebliche Altersvorsorge zu werben und im Kampf um die besten Köpfe mit anderen größeren Unternehmen und Standorten trotzdem mitzumischen.

Noch wirksamer kann die Firmenlösung in den Augen von bestehenden und neuen Mitarbeitern, wenn sie auf der Internetseite der Firma publik gemacht wird.

5.2 Neue Belohnungsmöglichkeiten

Mit Hilfe eines erfahrenen Beraters mit Expertise in der betrieblichen Altersvorsorge kann das Unternehmen gut konzipierte Belohnungskonzepte zustande bringen, die für alle Beteiligten gelten, das heißt auch für die Führungskräfte und sogar für den Chef und die Familienmitglieder, die im Unternehmen tätig sind.

Die betriebliche Altersvorsorge sollte als eine ganzheitliche Aufgabe betrachtet werden. Dann bringt sie allen Vorteile:

  • dem Geschäftsführer, der in den meisten Fällen eine besondere Altersvorsorge Lösung  und Art der Belohnung nötig hat, die aber mit Sorgfalt konzipiert und immer wieder neu durchleuchtet werden muss.

Dies ist leider oft nicht der Fall, wenn eine Pensionszusage vor Jahren erteilt und nie wieder angeschaut wurde, bis der Steuerberater gezwungen wird, dem Firmeneigentümer auf die enormen Risiken und die hohen Kosten der Heilung hinzuweisen, die nur von einem bAV-Experten durchgeführt werden kann.

Es gibt bilanzneutrale Lösungen und andere Alternativen, die bei Bedarf genauso gut angewendet werden können.

  • Den Führungskräften, die für das Unternehmen eine wertvolle Position haben und entsprechend belohnt werden müssen. Für sie gibt es bilanzneutrale Konzepte, die weitreichende Vorteile bringen.
  • Den Mitarbeitern, die sich damit identifizieren und zu einer hohen Prozentzahl an ihrer Lösung beteiligen. Die so genannte Durchdringungsquote (der Prozentsatz der Mitarbeiter, die mitmachen) kann in solchen Fällen aus meiner Erfahrung oft über 80% liegen.

5.3 Förderung der Corporate Identity

Mit der aktiven Werbung der firmeneigenen bAV-Lösung(en) erkennen alle Mitarbeiter, auch die Führungskräfte, die Fürsorgepflicht der Firmeneigentümer. Es schafft eine positive Grundstimmung im ganzen Unternehmen.

5.4 Mehr Liquidität        

Eine hohe Beteiligung der Mitarbeiter an der firmeneigenen betrieblichen Altersvorsorge Lösung schafft neue Liquidität für das Unternehmen dank der Senkung der Lohnnebenkosten. Siehe Beispiel unter Punkt 3.

FAZIT – Eine optimale Gestaltung der bAV schafft auch in 2017 eine win-win Situation für das Unternehmen und die Mitarbeiter

Unter Berücksichtigung der Ziele und Ressourcen des Unternehmens bringt die Gestaltung der bAV nach unserer Vorgehensweise die ersehnte win-win Situation mit den Mitarbeitern.

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